Neue Geborgenheit im Wandel

„Und wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, so wollte ich dennoch heute mein Apfelbäumchen pflanzen und meine Schulden bezahlen.“

(M. Luther, zit. n. O. F. Bollnow)

Was ist die wirkliche Herausforderung des Wandels?

Change Management Handbücher enthalten ein Vielzahl an Anforderungen an Führungskräfte, jedoch wenig Hinweise zu einem fundiertem Verständnis der Herausforderungen von     Veränderungen.

Das Konzept der „Neuen Geborgenheit“ (Bollnow)* kann hier eine erhellende philosophische Perspektive bieten.

Was Bollnow beschreibt, ist die Möglichkeit des Menschen, trotz existenzieller Krisen die     damit verbundene Grundangst und Unsicherheit zu überwinden. Es gilt, in einem bewussten Seinsvertrauen zu dieser Welt zu leben, sogar im Angesicht von Bedrohung und Ohnmacht. Diese Haltung erlaubt uns, unser Leben aktiv und hoffnungsvoll zu gestalten.
Da Veränderungen in Unternehmen oftmals als bedrohlich und Krisenhaft wahrgenommen werden, inspiriert mich dieser Ansatz als Reflektionsgrundlage für meine Forschungsarbeit. Wäre es nicht genial, einen Weg zu finden, Veränderungsprozesse weniger stressvoll und mit weniger Widerstand zu gestalten? Hierfür müssen wir ein tieferes Verständnis unseres Mensch-Seins und der Natur von Veränderung entwickeln.

Die Ergebnisse meiner Studie können das Konzept entweder konkretisieren, bestärken,       kritisieren oder limiteren.

 

*Bollnow, O.F. (1960): Neue Geborgenheit. Das Problem einer Überwindung des Existentialismus. Stuttgart